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10.05.2008

Wärmepumpen bald für Altbauten interessanter?

Auch mit hohen Vorlauftemperaturen höhere Effizienz machbar

35 - 45 °C, das schien bislang die Obergrenze bei Vorlauftemperatur einer Heizungsanlage, um den optimalen Betrieb einer Wärmepumpe zu gewährleisten. Darüber hinaus nimmt die Effizienz des Systems stark ab. Das machte Wärmepumpen für Sanierungen von Altbauten bislang meist uninteressant. Offensichtlich ist jetzt eine Lösung in Sicht.

Neubauten lassen sich durch gute Wärmedämmung und vor allem durch den Einbau von großflächigen Wärmeverteilsystemen wie Fußbodenheizungen optimal auf einen Wärmepumpen-Betrieb einrichten. In Verbindung mit einer geothermischen Wärmequelle wird daraus eine ebenso wirtschaftliche wie umweltfreundliche Lösung, ein Haus zu beheizen und mit Warmwasser zu versorgen. Das bescherte der oberflächennahen Geothermie in den vergangenen Jahren zwei- bis dreistellige Wachstumsraten.
Probleme gibt es häufig dann, wenn ein Gebäude bereits besteht. In den meisten Fällen sind Heizungen in Altbauten auf Vorlauftemperaturen von 55 °C und mehr ausgelegt. Bei den derzeit auf dem Markt angebotenen Wärmepumpen nimmt die Effizienz in diesen Temperaturbereichen daher schnell ab, wenn nicht man nicht umfangreiche Arbeiten wie den Einbau von Niedertemperaturheizkörpern in Kauf nehmen will.

Jahresarbeitszahl wichtig

Maßstab für die Effizienz eines Wärmepumpensystems ist, wie viel Strom für den Antrieb des Aggregats benötigt wird, um ein Gebäude zu beheizen. Mindestens zwei Drittel der Wärmeversorgung sollte, über das Jahr betrachtet, die erneuerbare Quelle, also z. B. das Erdreich beisteuern. Man spricht dann von einer Jahresarbeitszahl von 3. Muss ein Haus mehr als ein Drittel seiner Wärmeenergie aus dem elektrischen Strom selbst beziehen, wird das Gesamtsystem ineffizient. Moderne, korrekt ausgelegte Erdwärmeanlagen beziehen 75% und mehr ihrer Energie aus dem Boden. Ihre Jahresarbeitszahl lautet also 4.

Es war daher ein ehrgeiziges Ziel, das sich 2004 die Initiatoren des GROUNDHIT-Projektes gestellt hatten, nämlich technische Lösungen für hocheffiziente Wärmepumpen in Verbindung mit der Wärmequelle Geothermie zu entwickeln. In den vergangenen vier Jahren wurden der Prototyp einer koaxialen Erdwärmesonde sowie drei Wärmepumpenmodelle entworfen und an drei Demonstrations-standorten in Österreich, Griechenland und Portugal getestet.

Die Initiative von Institutionen und Unternehmen aus Portugal, Polen, Österreich, Griechenland, Frankreich und Deutschland wurde aus Mitteln der Europäischen Union unterstützt. Projektführer ist das griechische Zentrum für Erneuerbare Energien, CRES. Von deutscher Seite ist der GtV-BV (Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie e.V.) an dem Vorhaben beteiligt. In einem Abschlussworkshop am 05.05.08 im Alexander-von-Humboldt-Haus in Berlin, wurden die Ergebnisse der vierjährigen Aktivitäten vorgestellt.

Aus deutscher Sicht besonders interessant war das, was auf dem Prüfstand von CIAT, einem der führenden französischen Hersteller von Klimatechnik und Wärmepumpen geschah. Die dort entwickelte und auf einer Versuchsanlage in Gleisdorf in Österreich getestete Maschine lieferte in Temperaturbereichen um 80 °C Ergebnisse, die sehr nahe an die geforderte Effizienz einer Mindestjahresarbeitszahl 3 heranreichen. Die meisten Heizungssysteme werden aber lediglich mit einer maximalen Vorlauftemperatur von 55 - 65 °C betrieben. Damit scheint der Weg zu einer effizienten, sanierungstauglichen Wärmepumpe frei. CIAT sucht nun nach Partnern, seine Anlagen weiterentwickeln zu können.
Weitere Informationen zum Projekt sind unter www.groundhit.eu zu finden.

Oberflächennahe Erdwärmesysteme verzeichneten in den vergangenen Jahren in Deutschland hohe Zuwachsraten. 2007 wurden ca. 27.000 Anlagen neu installiert. Insgesamt dürften hierzulande mittlerweile erdgekoppelte Wärmepumpen rund 120.000 Gebäude mit Heizenergie versorgen. Nützliche Informationen für alle, die eine Erdwärmesondenanlage zulegen möchten oder sich mit diesen Systemen beruflich befassen, enthält die kostenlose Broschüre "Tipps für Häuslebauer" des GtV-BV. Sie ist bei der Geschäftsstelle des Bundesverbandes Geothermie erhält und kann auch im Internet unter www.geothermie.de bestellt werden.

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Bernhard Beck (Gastkommentar) schrieb am 21.11.2008 um 17:51:00:

Schauen Sie doch einmal meine Homepage an. http://www.energiewand.de/ "Wärme aus einer Metallfassade für eine Wärmepumpe zu gewinnen".

Der Einwand der Wärmepumpengegner, dass der benötigte Strom aus fossilen Energieträgern gewonnen wird, die nur einen Wirkungsgrad von ca.40% haben, stimmt heute schon nicht mehr. Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung wächst laufend.
Die Wärmepumpe läuft ja nur dann wirtschaftlich, wenn man eine niedrige Vorlauftemperatur (35°) damit realisiert.
Dies ist eine Behauptung der Wärmenpumpengegner. Ist eine Einsparung von 3000 Liter = 0,80€/Liter = 2400€ zu 1300€ Stromkosten keine Einsparung ? (Plus Wartungskosten für die Ölheizung)

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Beck
SilZIm (Gastkommentar) schrieb am 28.05.2008 um 13:32:00:

Haben seit 2 Jahren in einem Altbau eine Wärmepumpe mit Erdkollektoren und Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Vorher hatten wir eine Ölheizung mit einem Jahresverbrauch von 3.000 Litern Öl.
Leider steigen auch die Stromkosten für die Wärmepumpen, von 11 cent auf 15 cent pro Kilowattstunde. Ich würde allen raten, wenn die Möglichkeit besteht, IMMER Solar aufs Dach für Warmwasser und Heizungsunterstützung! Alles andere ist ein Rechenexempel.
Ralf Antrack (Gastkommentar) schrieb am 28.05.2008 um 10:59:00:

Erdwärmepumpen sind aufgrund der Bohrungen leider zu teuer. Meine Anlage erreicht eine praktische (nicht theoretisch TÜV- geprüfte!) JAZ von 3,8. Es gibt aber kleine und sehr innovative (logisch: große Unternehmen sind satt und träge!) Firmen, welche mit ausgefeilter Technik bereits mit der Wärmequelle Außenluft JAZ von über 4, ja sogar über 5 schaffen. Das kann man sich sogar live im Internet- Monitoring anschauen. Allerdings muss man schon suchen und sich informieren!
Und mal ehrlich: wer Wärmepumpenstrom für 20 ct/kWh einkauft, hat sich schlicht und ergreifend nicht informiert! Im Allgemeinen geben die Regionalversorger diesen für 12,3 bis 13 ct je kWh brutto ab. Darüber hinaus beziehe ich Haushaltstrom zu 14,9 ct/kWh brutto, natürlich nicht von meinem Platzhirsch! Und ich hoffe, dass ich in spätestens 7 Jahren gar keinen Strom von irgendwelchen Versorgern oder Lieferanten mehr benötige. Und das wirtschaftlich!
Machbar ist vieles, nur nicht im Massenmarkt. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es auch für den Carnot- Prozess nicht. Und man muss selbst ein wenig kreativ werden und über manches einmal nachdenken.
Kleiner Tipp noch: sollten die Anlagenkosten in Zukunft nur moderat steigen, wird sich in 5 Jahren auch eine JAZ von drei rechnen! Wetten?!
ralfantrack@gmx.de
Der Stock (Gastkommentar) schrieb am 22.05.2008 um 10:02:00:

Na toll. Da rechne ich doch mal mit der Jahresarbeitszahl von 4:

Mein Altbau verbraucht ca. 25000kWh Gas (entspricht ca. 1500 Euro, bei 6ct/kWh). Mit einer Wärmepume mit Jahreskarbeitszahl 4 würde ich 1/4 des Wärmebedarfs als zusätzlichen Strombedarf haben, also 25000/4=6250kWh Strom. Das macht bei einem Strompreis von ca 20ct/kWh mal so eben schlappe 1250 Euro. Ich hätte also sagenhafte 250 Euro im Jahr gespart! Toll! Bei den Anlagen- und Kreditkosten hätte sich das Ganze dann schon nach nur etwa 20 Jahren amortisiert.
So lange die Preisdifferenz zwischen einer kWh Strom und einer kWh Gas nicht deutlich kleiner ist, als Faktor "Jahresarbeitszahl", lohnt sich eine Wärmepumpe aus wirtschaftlicher Sicht nie!

ts@der-stock.de
pumpenjoe (Gastkommentar) schrieb am 15.05.2008 um 21:42:00:

Ist nix neues, gibts schon länger , eine deutsche firma produziert so ein gerät mit TÜV geprüften arbeitszahl von 3,7 !!!!! funktioniert auch noch bei minus 20 grad celsius !
info unter www.energieprojekte.com
Heinz Gebert (Gastkommentar) schrieb am 12.05.2008 um 11:29:00:

Zur primärenergieversorgung von Wasser- Wasser, oder Sole- Wasser WP. habe ich ein System entwickelt und erprobt, welches Wärme aus Flüssigkeitstransport-leitungen, unter Erhalt des Mediums ausleitet. Ingenieurauskunft erteilt
Ing.Heinz.Gebert@t-online.de
Christian Bauer (Gastkommentar) schrieb am 11.05.2008 um 19:05:00:

Hmm, 80°C mit Wärmepumpe ? - Noch dazu mit Arbeitszahl von 3 ???? Schöner Werbegag.
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