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Elektrisch fliegen

Antares DLR-H2 hat Brennstoffzelle an Bord

Antares DLR-H2, gebaut von Lange Aviation in Zweibrücken, ist ein Motorsegler, der mit seinem 42 kW leistenden Elektro-Propellermotor mit eigener Kraft starten kann. Foto: DLRAntares DLR-H2, gebaut von Lange Aviation in Zweibrücken, ist ein Motorsegler, der mit seinem 42 kW leistenden Elektro-Propellermotor mit eigener Kraft starten kann. Foto: DLR
Wenn Autos elektrisch fahren können, warum sollen dann Flugzeuge nicht auch elektrisch fliegen? Die Antwort auf diese berechtigte Frage heißt: Ja, sie können. Genauer genommen, zumindest ein bemanntes Flugzeug kann das sogar jetzt schon.

Es heißt „Antares DLR-H2“, wird gebaut von Lange Aviation in Zweibrücken und ist ein Motorsegler mit einer Spannweite von 20 Metern, der mit seinem 42 kW leistenden Elektro-Propellermotor mit eigener Kraft starten kann, wie das Online-Magazin „GT-Grand Tourisme Worldwide“ jetzt berichtet. Neben solchen Riesen, wie dem Lufthansa-Airbus A 380, der soeben erst die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft nach Johannesburg geflogen hat und dem Militärtransporter A400M ist es zwar ein Winzling, war aber zugleich eines der interessanten Ausstellungsstücke bei der Internationalen Luftfahrtausstellung Berlin Air Show ILA 2010.

Insbesondere für Airbus ist die Antares DLR-H2 mehr als wichtig für die nahe Zukunft. Denn das bei der Lufthansa-Technik in Hamburg Fuhlsbüttel beheimatete erstmals vor elf Monaten gestartete Forschungsflugzeug bezieht den Strom für seinen Elektromotor nicht nur aus in den Tragflächen steckenden Lithium-Ionen-Batterien wie die Serienversion Antares E20, sondern erzeugt ihn direkt an Bord mit einer hochmodernen Brennstoffzelle. Deshalb parkt die Antares DLR-H2 am Boden auch nicht an der Steckdose, sondern tankt Wasserstoff, der sich auf dem Weg der „kalten Verbrennung“ mit Luftsauerstoff verbindet und bei diesem Prozess direkt den elektrischen Strom für ihren Antriebsmotor erzeugt.

Wenn die Antares DLR-H2 zu ihren Forschungsflügen abhebt, dann geht es dabei weniger um das elektrische Fliegen, für das die Zeit derzeit noch nicht ganz reif ist, als vielmehr um dieses eigene Kraftwerk an Bord. Denn nach den Plänen von DLR und Airbus-Industries sollen Brennstoffzellen schon bald eine tragende Rolle bei der Bordstromversorgung von großen Passagiermaschinen spielen. Das setzt allerdings voraus, dass solche Brennstoffzellensysteme mit allen Nebenaggregaten und der gesamten Wasserstoffversorgung auch absolut flugtauglich gestaltet sind, wie das in der Antares seit knapp einem Jahr erprobt wird. Die erste wichtige Etappe auf diesem Weg ist bereits erreicht. Denn Airbus konnte inzwischen die Notstromversorgung der Hydraulikpumpen zur Steuerung des DLR-Forschungsflugzeugs Airbus A320 ATRA mit einem brennstoffzellenbasierten System realisieren. (NR.Net/Ingo von Dahlern)

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