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13.01.2012
Stromverbrauch stabilDezember 2011 erfolgreichster WindmonatBerlin. Der Stromverbrauch in Deutschland ist im Jahr 2011 stabil geblieben. Die Stromerzeugung ging im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Das geht aus ersten Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für das Jahr 2011 hervor.Der positive Trend beim Ausbau der Erneuerbaren Energien hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt: Der Dezember 2011 war mit einer Produktion von rund 8,5 Milliarden Kilowattstunden aus Windenergieanlagen der erfolgreichste Windmonat seit diese Technologie zur Erzeugung von Strom in Deutschland eingesetzt wird. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung betrug nach BDEW-Angaben 2011 gut 20 Prozent. Die gute Windsituation im Dezember hatte auch ihre Schattenseiten für den Netzbetrieb. Während die Winderzeugung im Norden Deutschlands auf hohem Niveau war, kam die Systemstabilität im Süden Deutschlands in Bedrängnis. So musste Deutschland am 8. und 9. Dezember 2011 zum ersten Mal auf Kapazitäten von österreichischen Reservekraftwerken zurückgreifen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. "Viel Wind im Norden, ausgelastete Netze in der Mitte und ein Erzeugungsengpass im Süden Deutschlands führten dazu, dass Reservekapazitäten von Gas- und Ölkraftwerken aus Österreich genutzt werden mussten, um die Nachfrage zu bedienen. Das kann dauerhaft nicht im Sinne der Energiewende sein. An diesem Beispiel zeigt sich ganz konkret, wie dringend notwendig ein schnellerer Netzausbau in Deutschland ist", erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Auch die Kosten, die mit dem Ausbau der Erneuerbaren verbunden sind, steigen nach BDEW-Schätzungen im Jahr 2012 auf über 14 Milliarden Euro und müssten im Auge behalten werden. Müller: "Die Erneuerbaren Energien selber müssen in Zukunft nicht nur aus Kostengesichtspunkten stärker auf Marktsignale reagieren. Mit dem Prinzip 'produce and forget' - also der Stromerzeugung, wann immer sie möglich ist, und nicht, wenn der Strom gebraucht wird - ist das Ziel eines tragfähigen Energieversorgungssystems auf Basis der Erneuerbaren nicht zu erreichen. Hier kann die so genannte optionale Marktprämie, die zum 1. Januar eingeführt wurde, einen sinnvollen Beitrag leisten." Mit der optionalen Marktprämie werden Anreize für eine bedarfsgerechte und marktorientierte Erzeugung in das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) integriert. Der Betreiber einer Anlage zur regenerativen Stromerzeugung kann monatlich entscheiden, ob er sich den Strom über das EEG vergüten lässt oder diesen Strom selbst an der Börse vermarktet. Für den Monat Januar 2012 haben mehr Betreiber von Windenergien-Anlagen als je zuvor angekündigt, ihren erneuerbaren Strom - jetzt im Rahmen der optionalen Marktprämie - direkt an der Börse zu verkaufen. Der BDEW geht nach vorläufigen Schätzungen für 2011 davon aus, dass der Stromverbrauch in Deutschland mit rund 607 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) stabil geblieben ist (2010: 610 Mrd. kWh). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen leichten Rückgang von voraussichtlich rund 0,5 Prozent. Der Branchenverband begründet diese Entwicklung mit der im Vergleich mit anderen Ländern guten Konjunkturlage in Deutschland. Außerdem habe der nicht sehr heiße Sommer und milde Winter in 2011 dämpfend für den Verbrauch gewirkt. Leser Kommentare |