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22.10.2007

Besser als ihr Ruf

Beim Modernisieren ist die Ölheizung immer noch eine Alternative

Die gute alte Ölheizung tut noch in zahlreichen deutschen Haushalten ihren Dienst. Nicht immer kostensparend, denn Millionen solcher Heizungsanlagen sind veraltet und verbrauchen mehr Energie als notwendig. Was aber tun, wenn beim alten Schätzchen Reparaturen anstehen oder es gänzlich den Betrieb einstellt? Gegen eine neue Ölheizung austauschen oder besser gleich auf Gas oder andere Alternativen umsteigen? Energie-Info.net rät: Genau vergleichen und nicht nur nach neuen, schicken Trends urteilen.

Im Vergleich zu Gas war Heizöl nicht nur im vergangenen Jahr der preisgünstigere Wärmeenergieträger. Im Durchschnitt 2006 kostete eine 3000-Liter-Partie Heizöl 1790 Euro. Für die vergleichbare Menge Erdgas (33.540 kWh plus Grundgebühr) mussten im selben Zeitraum 265 Euro mehr, nämlich insgesamt 2055 Euro gezahlt werden.

Und ähnliche Ergebnisse bekommt man auch beim langfristigen Rückblick. Allein in den vergangenen zehn Jahren sparte ein Ölheizungsbetreiber bei den Brennstoffkosten (Basis: 3000 Liter) zusammenaddiert durchschnittlich 2921 Euro gegenüber dem Nachbarn mit einer Gasheizung. Und seit 1978, dem Beginn der Vergleichsaufzeichnungen, die auf Daten des Statistischen Bundesamtes und Erhebungen der Fachzeitschrift „Brennstoffspiegel“ basieren, summiert sich die Einsparung für diejenigen, die mit Öl statt mit Gas geheizt haben, auf insgesamt 7436 Euro (Quelle: Ölheizung.info)

Durchweg gut getestet

Ölheizungen sind darüber, wenn sie mit dem neusten Stand der Technik aufwarten, deutlich besser als ihr Ruf – wie die Stiftung Warentest bei ihren Tests von Ölheizkesseln gezeigt hat, die durchweg „gut“ bewertet wurden. Noch besser schnitten Öl-Brennwert-Kessel ab, die allesamt ein „sehr gut“ erzielten. Ab etwa 4500 Euro („normale Ölbrenner-Kessel-Einheiten ab etwa 3 000 Euro) sind sie zu haben. Sie nutzen zusätzlich die Wärme aus dem kondensierenden Wasserdampf, die bei normalen Systemen durch den Schornstein entweicht. Zu beachten ist allerdings, dass (übrigens auch bei Gas-Brennwerttechnik) gleich eine Schornsteinsanierung mit eingeplant werden muss, weil die alten Querschnitte zu groß sind und die Abgase darin zu stark abkühlen würden. Oft kann allerdings relativ preisgünstig eine PVC-Abgasleitung aus Fertigteilen eingezogen werden.

Berücksichtigen muss man bei einer neuen Ölheizung auch die Kosten für die Lagerhaltung: Sind die alten Öltanks noch in Ordnung oder müssen sie ebenfalls ausgetauscht werden? Das kann teuer werden, insbesondere, wenn es sich um Erdtanks handelt. Wird der Platz eventuell anderweitig benötigt? Dann ist Gas die Alternative (Pellets brauchen mindestens ebenso viel Lagerkapazität wie Öl).

Im Unterhalt teurer

Auch die laufende Unterhaltung einer Ölheizung ist teurer als bei Gas. Hier empfiehlt sich ein Wartungsvertrag, der für Gasheizungen nicht unbedingt nötig ist, weil sie dauerhaft unanfälliger sind. Die Öltanks müssen zudem regelmäßig überprüft werden. Rechnet man diese Kosten zusammen, so schrumpft der Kostenvorteil durch die günstigeren Ölpreise gegenüber Gas sehr schnell zusammen. Zudem sind Gasheizungen in der Anschaffung etwas günstiger als ihre ölbetriebenen Pendants.

Deshalb heißt es: Vor- und Nachteile gut abwägen. Die generell „bessere“ Heizungsart gibt es nicht.
Vorteile der Ölheizung gegenüber Gas:
Günstigere Preise für den Energieträger
Möglichkeiten der Einsparung durch Mengenabnahme (Zusammenschluss mit Nachbarn)
Kein Gasanschluss nötig (in der Regel deutlich über 1000 Euro)

Nachteile:
Höhere Wartungskosten
Raumverbrauch durch Lagerhaltung
Etwas höherer Anlagenpreis

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