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10.09.2011
Peugeot 3008 Hybrid4Erste Fahreindrücke des Diesel-Elektro-SUVs Der Peugeot 3008 Hybrid4 kommt unter realistischen Bedingungen mit rund 5 Litern Diesel auf 100 Kilometer aus. Foto: ampnetDie Vier in der Modellbezeichnung steht für einen ganz besonderen Vierradantrieb. Bei diesem Hybrid arbeitet ein herkömmlicher Dieselmotor mit zwei Litern Hubraum und 120 kW / 163 PS Leistung für die Vorderachse. Die Hinterachse wird von einem Elektromotor mit 27 kW / 37 PS angetrieben. Es handelt sich also um einen Parallelhybrid, weil beide Antriebe unabhängig voneinander arbeiten können. Im 3008 Hybrid4 stehen dafür vier Betriebsmodi zur Verfügung, die sich per Handrad auf der Mittelkonsole auswählen lassen: ZEV (wie Zero Emission Vehilce oder emissionsfreies Fahrzeug), Sport, 4WD und Auto für Automatik. Im Stadtverkehr elektrisch Im Automatikmodus übernimmt die Elektronik die Regie. Fährt man gleichmäßig und nicht zu schnell – etwa im Stadtverkehr – läuft nur der Elektroantrieb. Der schafft mit dem Strom aus der Nickel-Metallhydrid-Batterie zwei bis drei Kilometer. Will man beschleunigen, schaltet sich der Diesel dazu, will man mehr, springt der Elektroantrieb dem Diesel zur Seite. Rein rechnerisch stehen dann 200 PS und ein Drehmoment von 450 Newtonmetern (Nm) zur Verfügung. In der Praxis sind es natürlich weniger, weil Elektro- und Dieselmotor Leistung und Drehmoment bei unterschiedlichen Drehzahlen entwickeln. So steht beim Elektromotor die maximale Leistung bei 2000 Umdrehungen pro Minuten (U/min) bereit, beim Diesel erst bei 3850 U/min. Beim Drehmoment ist der Effekt noch größer, weil beim Elektromotor das Maximum sofort anliegt. Für das Antriebssystem im 3008 Hybrid4 nennt Peugeot einen Maximalwert von 450 Nm, was in dieser Klasse einen sehr ordentlichen Wert darstellt. Dazu passen die Fahrleistungen, die Peugeot angibt: Den Standardsprint von null auf 100 km/h schafft der 3008 Hybrid 4 in 8,5 Sekunden; die Höchstgeschwindigkeit liegt oberhalb 190 km/h, wobei die Höchstgeschwindigkeit auch ein Ergebnis der guten Aerodynamik darstellt. Deren Qualität zeigt der Luftwiderstandsbeiwert von 0,31.Das nimmt der Höhe des Crossovers ein wenig die Kraftstoff zehrende Eigenschaft. Mit 1,64 Meter, einer Breite von 1,84 Metern, einer Länge von 4,37 Metern, einem Leergewicht von 1808 Kilogramm handelt es sich – trotz der erstaunlich geringen Zuladung – also keinesfalls um einen Kleinwagen. Aber der Verbrauch ist der eines Kleinwagens: 3,8 Liter Diesel sollen beim Hybrid-Normzyklus im Schnitt eingespritzt werden. Unserer Erfahrung beim ersten ausführlichen Kennenlernen in der Bretagne ergaben realistische Werte um die fünf Liter, wobei nicht nur der Hybridantrieb half, sondern auch das automatisierte Sechs-Geng-Getriebe, das Start-Stopp-System und sicher auch der große Heckspoiler, der den Hybrid4 am auffälligsten vom normalen 3008 unterscheidet. Dennoch: Mit 99 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer unterschreitet die Basisversion mit der Modellbezeichnung Hybrid 4 99g eine Grenze, die in vielen Ländern einen großen Einfluss auf die Kosten hat. So bekommt man in Frankreich eine Steuergutschrift von 2000 Euro und eine Subvention in gleicher Höhe. Das reduziert den Basispreis von 34 150 deutlich. Die mit einfachem Head-up-Display, 17-Zoll-Rädern und Navigation ausgestattete Variante wird 36 150 Euro kosten, wenn sie Ende des Jahres in den Handel kommt. Deren CO2-Emission soll bei 104 g/km liegen. Leise unterwegs Peugeot erwartet, dass von diesem Zeitpunkt an etwa jeder Zehnte 3008 als Hybrid4 bestellt wird. Was die Kunden dann erwartet, lässt sich so beschreiben: Zunächst gar nichts außer großer Stille; denn der Diesel springt erst an, wenn der Elektromotor das Anfahren allein nicht meistert. Läuft der Diesel, wird es auch nicht viel lauter. Der Hybrid ist sehr gut gedämmt, und auch die Windgeräusche bleiben unauffällig. Mischt sich der Diesel ein, geschieht der Übergang nicht ganz so elegant wie beim Benziner, aber auch nicht so auffällig, dass das stören könnte. Der Elektromotor bringt der automatisierten Sechs-Gang-Schaltung Manieren bei. Spürt man bei Volllast sonst einen kräftigen Ruck beim Hochschalten, hilft der E-Motor über die Lücke. Unterhaltung fürs Auge und Informationen bieten ein Lade- und Entladeinstrument anstelle des Drehzahlmessers beim 3008 und – bei der Version mit Navi – auch der große ausfahrbare Bildschirm in der Mitte. Ebenfalls augenfällig ist der große Heckspoiler bei der Hybridversion. Sonst ist der Hybrid4 ein normaler 3008 mit allen seinen Vorzügen und Eigenheiten. So wird der Hybrid zu einem kommoden Mittelklasse-Crossover, bei dem nur das harte Abrollen der rollwiderstandsarmen Reifen den guten Eindruck ab und an übertönt. Peugeot hat mit dem 3008 Hybrid4 also seine Ankündigung aus der Neunzigern umgesetzt. Doch die Zeiten ändern sich, die Märkte ebenfalls. Peugeot hat angekündigt, in die USA gehen und auf dem chinesischen Markt noch stärker aktiv werden zu wollen. Für die muss Peugeot dann wohl auch noch Benzinmotoren als Hybrid bringen. (ampnet/Sm) Daten Peugeot 3008 Hybrid4 Länge x Breite x Höhe (m): 4,67 x 1,84 x 1,64 Motor: Vierzylinder-Diesel, 1997 ccm, Common Rail-Direkteinspritzung, Turbolader Leistung: 120 kW / 163 PS bei 3850 U/min Max. Drehmoment: 300 Nm bei 1750 U/min Leistung Elektromotor: 27 kW / 37 PS bei 2000 U/min Maximales Drehmoment System: 450 Nm Leergewicht / Zuladung: 1808kg / 437 kg Verbrauch (nach EU-Norm): 3,8 Liter CO2-Emissionen: 104 g/km, Euro5 Höchstgeschwindigkeit: 191 km/h Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 8,5 Sek. Räder / Reifen: 7,5 J 17 / 225/50 R 17205/65 R 16 Wendekreis: 11,8 Meter Kofferraum: 377 - 1048 l Max. Anhängelast: bei ausgeladenem Fahrzeug: 500 kg, sonst 700 kg Basispreis: 36 150 Euro Leser Kommentarecarlda (Gastkommentar) schrieb am 17.09.2011 um 12:04:00:
Erstaunlich! Für knapp 35 000 € ein derart aufwändiges Antriebs-System? Wie erkärt es sich, dass der Ampera von Opel rund 9 000 € teurer sein soll? Da wird deutlich, dass die Preis-Politik nur in geringem Maße von den Selbst-Kosten ("Gestehungskosten") bestimmt werden. Immerhin ist es der Öl-Mafia gelungen, die Einführung des Akku-Antriebs viele Jahre nach dem Aus für den EV1 von GM hinauszuschieben. Die Interessen-Gruppe Öl-Mafia arbeitet nämlich Klima-poltisch nach dem Grundsatz "Nach uns die Sintflut". Jetzt gilt es, durch besondere Anstrengungen die Erdüberhitzung in Folge überhöhter Treibhausgas-Emissionen noch zu verhindern, so dass unsere Enkel und Ur-Enkel uns nicht als Klima-Nazis verachten müssen. |