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07.09.2011

Intelligente Hausgeräte

Bosch testet System im Raum Göppingen

München. Bosch will künftig Hausgeräte anbieten, die Strom punktgenau nutzen können. Sie schalten sich dann ein, wenn Energie preiswert zur Verfügung steht. Derzeit wird die so genannte SmartGrid-Technologie im Rahmen eines Forschungsprojekts mit dem Energieversorger EnBW getestet.

Strom ist nicht gleich Strom. Haushalte, die selbst - etwa über eine Photovoltaik-Anlage - elektrische Energie erzeugen, wissen das. Ihnen steht mal mehr, mal weniger der kostbaren Ressource aus Eigenproduktion zur Verfügung - ebenso wie Strom aus herkömmlicher Versorgung. Auch andere, die vom externen Versorger abhängig sind, können wiederum die künftig vermehrt verfügbaren flexiblen Strompreise nutzen oder in einem intelligenten Netz von einem Überangebot an "günstigem" Strom aus erneuerbaren Energiequellen profitieren. In jedem Fall kommt es darauf an - sofern der Endverbraucher das möchte - den Einsatz verbrauchsintensiver Hausgeräte auf diese unterschiedlichen Angebote und Preise abzustimmen.

Stromversorger und Unternehmen arbeiten daher seit geraumer Zeit an Lösungen für eine "smarte", auslastungs- und preisbezogene Stromnutzung. Ein ökonomisch sinnvolles SmartGrid erfordert allerdings einheitliche Normen und Standards sowohl seitens der Hausgerätehersteller als auch der Energieerzeugung und -verteilung. "Hier liegt noch viel Konzept- und Entwicklungsarbeit vor uns", erläutert Bosch Marketingleiter Michael Bohn. "Doch sobald wir eine flächendeckende Infrastruktur sehen, um die so genannten SmartGrid-fähigen Hausgeräte in größerem Umfang einzusetzen, sind wir da - beispielsweise mit Geräten wie unserem Geschirrspüler-Prototypen, dessen Praxiseinsatz wir derzeit testen."

Grundbedingung ist ein funktionierendes intelligentes Stromnetz, das mit dynamischen Preissignalen arbeitet und eine Interaktion zwischen Endgerät und Energieversorgung zulässt. Wie beim SmartGrid-Forschungsprojekt MeRegio von EnBW: Die Test-Haushalte, ausgewählte EnBW-Kunden im Raum Göppingen, die unter anderem über dezentrale Erzeugungsanlagen verfügen, sind ausnahmslos an die MeRegio Infrastruktur mit dynamischem Preissignal angeschlossen. Seit August 2011 nutzen sie für knapp ein Jahr einen hochmodernen, intelligenten Geschirrspüler von Bosch. Dieser wurde in seiner Funktionsweise an die Vernetzung mit der MeRegio Steuerbox angepasst. Er verfügt über ein Kommunikationsmodul zur Einbindung in ein WLAN-Netzwerk und die Funktionstaste "Optimized Start". Die Steuerbox errechnet auf Basis verschiedener Daten wie Energie-Verfügbarkeits-Prognosen und Preissignalen den optimalen, kostengünstigsten Startzeitpunkt für den Geschirrspüler und übermittelt diesen an das Gerät.

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