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10.07.2009
Mit Bollerofen und LüftungsanlageSanierungsmöglichkeiten im Altbau am Beispiel der Familie Roller Vor der Sanierung: das Haus der Familie Roller in Konstanz. Fotos: R. Baumgärtner1992 kauften sich Dorith und Jürgen Roller ein Einfamilienhaus in einem Vorort von Konstanz. Die alte Wohnung war zu klein geworden: Im selben Jahr noch kam Tochter Leandra auf die Welt, drei und sechs Jahre später folgten Felix und Johannes. 2007 entschied sich die Familie schließlich, das Haus am Bodensee, Baujahr 1976, zu einem Energiesparhaus umzubauen. „Eigentlich wollte ich nur einen Bollerofen als Zusatz für die nicht mehr richtig funktionierende Ölheizung“, sagt Dorith Roller und lacht.„Der Heizungsbauer fragte uns dann, warum wir nicht das ganze Haus mit einer Holzheizung heizen wollen.“ Die Idee gefiel den Rollers. Der Ölpreis stieg und stieg, erneuerbare Energien wurden immer beliebter. Der Nachbar hatte bereits eine Solaranlage auf dem Dach. „Da fragten wir den Architekt und Energieberater Roland Baumgärtner aus Konstanz, wie wir unser Haus auf mehr Energieeffizienz trimmen können“, sagt Jürgen Roller. „In einem ersten Schritt erstellte Herr Baumgärtner einen Energieausweis für das Haus, der die Effizienzpotenziale offen legte und entwarf anschließend Pläne für ein neues Energiekonzept.“ Die Grundpfeiler waren schnell klar: Eine Dämmung, eine Lüftungsanlage und erneuerbare Energien. Experten bestätigen die Vorteile solcher nachhaltigen Energiekonzepte. „Die Kombination Dämmung und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung bietet sich bei energieeffizienten Sanierungen geradezu an. Die Heizung kann so deutlich kleiner ausfallen“, sagt Claudia Rist vom Landesprogramm Zukunft Altbau. „Werden dann noch erneuerbare Energien genutzt, reduziert das zusätzlich den Kohlendioxidausstoß und die Heizkosten. Insgesamt kann der Energieverbrauch oft um den Faktor vier reduziert werden.“ Bei den Rollers war das der Fall. „Vor der Sanierung wies das Haus einen hohen Endenergiebedarf von 245 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter auf. Jetzt sind es nur noch 64 Kilowattstunden“, sagt Architekt Baumgärtner. „Der generalüberholte Altbau benötigt insgesamt sogar weniger als ein Neubau.“ Viele Ein- und Zweifamilienhäuser sind noch nicht so weit. Sie haben einen Anteil von 80 Prozent am gesamten Wohnbestand und verschwenden oft erhebliche Energiemengen. Damit sich das ändert, hat der Staat im April die Förderung für Energieeffizienz in Altbauten nochmals erhöht. Hinzu kommen neue gesetzliche Bestimmungen. Im Oktober 2009 etwa tritt die Novelle der bundesweiten Energieeinsparverordnung 2009 in Kraft, im Januar 2010 wird das Erneuerbare-Wärme Gesetz des Landes Baden-Württemberg für Altbauten wirksam. Diese Gesetzesvorgaben erfüllt das Haus Roller spielend. Die alten Fenster wurden durch Drei-Scheiben-Wärmeschutzfenster ersetzt. Dann kamen die Dämmung von Dach und Außenwand und die Installation der Lüftungsanlage. „Die Lüftungsanlage ist mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet“, erklärt Jürgen Roller und zeigt auf einen Kasten auf dem Dachboden. „So entweicht im Winter deutlich weniger Wärme nach draußen. Die Lüftung überträgt 90 Prozent der Abluftwärme auf die Zuluft. In der heizfreien Zeit schalten wir die Lüftungsanlage ab und lüften über die Fenster.“ Nach der Sanierung.Die Sanierung hatte aber auch ihre Tücken. „Probleme zeigten sich etwa hinsichtlich der Luftdichtigkeit des Hauses“, so Architekt Baumgärtner. Hier wurde nachgebessert. „Das hat Zeit und Nerven gekostet, aber vom Ergebnis her lohnt es sich wirklich“, so Dorith Roller. „Das Haus sieht nun schöner aus, wobei der alte Charakter des Hauses erhalten blieb. Wir können die Heizung im Frühjahr deutlich eher ausstellen und duschen im Sommer fröhlich mit solar erwärmtem Wasser.“ Froh sind die Rollers auch, dass ihr saniertes Haus am Wettbewerb der Deutschen Energie-Agentur dena für energieeffiziente Altbauten mitmacht. Die Sanierung macht sich auch finanziell bezahlt: Sie kostete 90.000 Euro. Beglichen hat die Familie nur 76.000 Euro. „Alles weitere stammt aus dem Tilgungszuschuss der KfW Förderbank und dem Zuschuss der BAFA für die Solaranlage“, freut sich Jürgen Roller. „Hinzu kommt der zinsgünstige Kredit der KfW.“ Von der Investition abziehen müsse man zudem die „Sowieso-Kosten“, rechnet Energieberater Baumgärtner vor. Diese Ausgaben wären ohnehin angefallen, da die Heizung und die Dämmung erneuert werden mussten. „Berücksichtigt man dann den gestiegenen Wert der Immobilie und die von knapp 2.500 Euro auf 350 Euro jährlich gesunkenen Heizkosten, amortisieren sich die verbliebenen Mehrkosten für die Energieeffizienzmaßnahmen nach 13 Jahren“, so Baumgärtner. Danach spart die Familie Roller 180 Euro monatlich an Heizkosten. Info: Zukunft Altbau Informationen zu energieeffizienter Altbaumodernisierung und Energieberatern aus der Region gibt es vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg unter der gebührenfreien Hotline 08000 12 33 33 begin_of_the_skype_highlighting 08000 12 33 33 end_of_the_skype_highlighting begin_of_the_skype_highlighting 08000 12 33 33 end_of_the_skype_highlighting und www.zukunftaltbau.de Zukunft Altbau informiert Wohnungs- und Hauseigentümer neutral und unabhängig über den Nutzen energieeffizienter Altbaumodernisierung und über Fördermöglichkeiten. Das Programm wird von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) in Karlsruhe umgesetzt. Leser KommentareMein Name (Gastkommentar) schrieb am 10.07.2009 um 11:31:00:
Super, es geht beim Altbau. Habe ich auch praktiziert, jedoch langsam über 15 Jahre. Siehe meine Homepage www.nachvornesehen.de Viele Altbaubesitzer gibt es, sie sollten den Mut haben wie die Familie Roller. Hauptsache anfangen. CO² einsparen. die Heizkosten werden dramatisch steigen |