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24.05.2010

Vorläufiges Aus für Sunmachine

Unternehmen zahlungsunfähig - Zahlreiche Kunden betroffen

Die Sunmachine. Die Sunmachine.
Nürnberg. Sunmachine, einer der Hoffnungsträger im Bereich der Zuhausekraftwerke, ist zahlungsunfähig, weil der Hauptinvestor keine weiteren finanziellen Mittel zur Verfügung stellt. Betroffen sind nicht nur 90 Mitarbeiter, die mit Produktion und Vertrieb des Mini-Blickheizkraftwerks beschäftigt waren, sondern auch viele Kunden, die bereits eine Sunmachine gekauft hatten.

Wie die Allgäuer Zeitung berichtet, ziehe sich der Unmut über die frühere Geschäftstätigkeit im zahlungsunfähigen Unternehmen Sunmachine quer durch die Belegschaft. Der Hersteller musste wegen technischer Probleme an seinen Produkten und des Rückzugs seines Schweizer Hauptgesellschafters vorläufige Insolvenz anmelden. Alle 90 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze. Zuvor war der Kaufbeurer Produktionsstandort und der Stammsitz in Wildpoldsried in Kempten zusammengelegt worden.

Mehrere Beschäftigte werfen der früheren Unternehmensleitung nun nach Informationen der AZ eine verfehlte Geschäftspolitik vor. So sei der Brenner der Pelletanlage eigentlich für Gasbetrieb entwickelt worden, sagte ein Mitarbeiter gegenüber der AZ. „Daher die massiven Probleme beim Pelletbetrieb.“ Der Geschäftsführung sei sehr wohl von Anfang an die mangelnde Reife des Motors und anderer Komponenten der Maschine bekannt gewesen. „Die Firma war eine riesige rosarote Wolke, realistische technische Betrachtungen wurden unter den Tisch gekehrt“, so ein Vorwurf. Der neue Geschäftsführer Christoph Ostermann habe im vergangenen Sommer einen „desaströsen Betrieb“ übernommen, meint ein anderer Mitarbeiter. Die Produktion in Kaufbeuren von Miniblockheizkraftwerken für Einfamilienhäuser lag da schon weitgehend brach – ohne Einnahmen.

Dem gegenüber habe jedoch ein monatlicher Liquiditätsbedarf von rund 1,5 Millionen Euro gestanden, der nicht zuletzt auch für Gewährleistungskosten anfiel, heißt es in einem internen Schreiben an die Vertriebspartner. Der Hauptgesellschafter, ein Schweizer Geschäftsmann, soll in den vergangenen Monaten demnach über 22 Millionen Euro in den maroden Betrieb gepumpt haben – bis auch ihm klar wurde, dass es ein weiter Weg in die Gewinnzone sein würde. Nach AZ-Informationen wären weitere 25 Millionen bis zur eventuellen Marktreife des Produkts notwendig gewesen.

Neuer Investor gesucht

Betroffen von der Insolvenz sind auch mehrere hundert Kunden, die die Pelletmaschinen gekauft hatten, die angesichts der technischen Probleme aufwändig gewartet werden müssen. Ihre Gewährleistungsansprüche könnten, so Insolvenzverwalter Peter Hoffmann, Insolvenzforderungen sein. Schnelle Hilfe können sie aber nicht erwarten: „Im Moment kann das niemand reparieren.“

Hoffmann zeigt sich aber weiterhin optimistisch, einen neuen Investor für das Unternehmen zu finden. Er hält das Produkt für zukunftsfähig, sobald es die nötige Marktreife hat.

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Honkytonky (Gastkommentar) schrieb am 27.06.2010 um 09:10:00:

dem ersten den Tod
dem zweiten die Not
dem dritten das Brot
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