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30.12.2011

Erstes BHKW mit Brennstoffzelle

Heizgerät kostet 38.000 Euro mit Einbau

Rastatt. Seit einigen Wochen können Endkunden und Energieversorger die ersten Brennstoffzellen-BHKW des Anbieters Ceramic Fuel Cells (CFCL) bestellen. Zuvor waren nahezu 20 Module im Rahmen des größten Praxistest von Brennstoffzellen-Heizgeräten fürs Eigenheim (Callux-Projekt) getestet worden.

Das revolutionäre an dieser Hochtemperatur-Brennstoffzelle, die für kleinere Wohngebäude und Bürogebäude konzipiert wurde, ist der sehr hohe elektrische Wirkungsgrad. Verbrennungsmotoren in diesem Leistungsbereich weisen einen Wirkungsgrad von rund 24-26% und Stirlingmotoren von gerade einmal 12-15% auf. Die unter dem Markennamen BlueGen vertriebene Brennstoffzelle, die kleiner als eine handelsübliche Waschmaschine ist, erreicht einen Wirkungsgrad von bis zu 60%. Der Gesamtwirkungsgrad – also das Verhältnis von thermischer und elektrischer Leistung bezogen auf den Erdgasbedarf – wird mit 85% angegeben.
Angesichts von gerade einmal 610 Watt Wärmeleistung, die während der Produktion der 1.500 Watt Strom anfallen, kann eine solche Brennstoffzelle auch in gut gedämmten Einfamilienhäusern durchgängig – also bis zu 8.760 Stunden pro Jahr - im Betrieb sein. Notwendig hierfür ist lediglich ein täglicher Warmwasserbedarf von rund 400 Liter. Dies ist in der Regel bei einem Haushalt mit 4-5 Personen der Fall.

1400 Euro pro Jahr für Vollwartung

Die Brennstoffzelle unterliegt im Laufe ihrer Betriebszeit einer Degeneration. Im Rahmen dieses Alterungsprozesses reduzieren sich die elektrische Leistung und die elektrische Effizienz der Mikro-KWK-Anlage. Wenn die maximale elektrische Leistung der BlueGen-Brennstoffzelle auf rund 1.000 Watt gesunken ist, muss die stromproduzierende Einheit (Stack) ausgetauscht werden. Durch einen zehnjährigen Vollwartungsvertrag, der auch die Kosten für den Wechsel des Brennstoffzellen-Stacks beinhaltet, können kalkulierbare Kosten für den Endverbraucher angegeben werden. Jährlich fallen für diesen Vollwartungsvertrag Kosten in Höhe von rund 1.400,- Euro (inkl. MWSt.) an. Über die Laufzeit der BHKW-Anlage wird ein durchschnittlicher elektrischer Wirkungsgrad von 50% garantiert.

Wirtschaftlich nur mit Förderung

Die interessanteste Frage, die sich bei einer Markteinführung stellt, bezieht sich auf den Preis des angebotenen Produktes. Vertrieben wird das Brennstoffzellen-Heizgerät in Deutschland von dem in Offenbach ansässigen Unternehmen Sanevo. Inklusive dem Einbau und die Inbetriebnahme fällt für diese innovative Brennstoffzelle ein Gesamtpreis in Höhe von ca. 38.000,- Euro (inkl. Mehrwertsteuer) an, wobei der benötigte Spitzenlast-Brennwertkessel in diesem Preis nicht enthalten ist. Zum Vergleich: Ein Stirlingmotor mit 1 kW elektrischer Leistung benötigt inklusive dem Spitzenlastkessel ein Investment in Höhe von ungefähr 20.000,- Euro. Bei einem 1 kW-Verbrennungsmotor beträgt der Systempreis mit Spitzenkessel und inklusive Einbau rund 24.000,- Euro (inkl. Mehrwertsteuer).
Aufgrund der hohen Investitionskosten der Mikro-KWK-Brennstoffzelle erscheint ein wirtschaftlicher Betrieb nur durch eine erhebliche zusätzliche Investitionsförderung realisierbar. Derzeit wird die Brennstoffzelle in einer Produktionsstätte in Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) noch in sehr kleiner Stückzahl gebaut. Die involvierten Unternehmen sind zuversichtlich, dass durch Optimierung insbesondere im Bereich der Fertigung sowie aufgrund höherer Stückzahlen die Kosten in erheblichem Umfang gesenkt werden können.

Trotzdem wird die Revolution im Heizungskessel nach Meinung von Markus Gailfuß, Geschäftsführer des BHKW-Infozentrums Rastatt, nur dann stattfinden, wenn die Politik die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen schafft. Nach Ansicht des BHKW-Infozentrums fehlt es derzeit aber noch an nachhaltigen Fördermechanismen für kleine dezentrale Energiesysteme. (Quelle: bhkw-infozentrum)

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