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»Peak Oil« noch vor 2020Danach sinken die Öl-Fördermengen kontinuierlichBerlin. »Peak Oil« nennen Experten den Punkt, an dem die Ölförderung ihren Höchststand erreicht, um danach kontinuierlich zu schrumpfen. Die Internationale Energieagentur warnt inzwischen, dass noch vor dem Jahr 2020 der weltweite »Peak Oil« erreicht sein werde.Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Kraftstoffen - der weltweite Pkw-Bestand nimmt rasant zu und wird sich nach Schätzungen des Mineralölkonzerns Shell innerhalb von 20 Jahren auf 1,4 Milliarden verdoppeln. Alternativen zum Öl wie Agrosprit und Elektroautos gelten als Ausweg aus diesem Dilemma. Was dran ist an diesen vermeintlichen Heilsbringern, diskutiert der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in der aktuellen Ausgabe seiner Mitgliederzeitschrift fairkehr. Der Vorteil von Agrokraftstoffen, die aus Biomasse wie Raps oder Mais hergestellt werden, liegt darin, dass sie immer wieder nachwachsen und beim Verbrennen nur so viel CO2 freisetzen, wie die Pflanzen beim Wachsen aufgenommen haben. Laut Biokraftstoffverband liegt die durchschnittliche Netto-Klimagasreduktion bei 50 Prozent gegenüber Erdöl. Doch Agrosprit ist nicht per se ökologisch: Die Produktion verschlingt viel Energie. Hinzu kommen die Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion und die Frage der Nachhaltigkeit: Wenn für Energiepflanzen Regenwaldflächen gerodet oder für den Naturschutz relevante Freiflächen in Felder umgewandelt werden, kann die CO2-Bilanz schnell negativ werden. Daher fordern Umweltverbände wie der VCD, Agrokraftstoffe umwelt- und sozialverträglich zu produzieren und ein international geltendes Zertifizierungssystem zu schaffen. Bundesweit darf ab Mitte 2010 kein Agrosprit mehr verkauft werden, der nicht nachhaltig produziert wurde. Die entsprechende EU-Nachhaltigkeitsverordnung geht dem Präsidenten des Umweltbundesamtes und Mitbegründer des VCD, Jochen Flasbarth, im fairkehr-Interview jedoch noch nicht weit genug: "Am Ende brauchen wir das, was wir mit dem MSC- und dem FSC-Siegel für Fischerei- und Forstwirtschaft haben, auch für den Biospritanbau." Auch die Elektromobilität wird kontrovers diskutiert. Einerseits sind E-Autos leiser als herkömmliche Fahrzeuge und stoßen während der Fahrt keine Schadstoffe aus. "Eine weitreichende Klima- und Umweltentlastung entwickelt Elektromobilität allerdings erst in Kombination mit erneuerbaren Energien", erklärt Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien, in der fairkehr. Helmut Holzapfel, Verkehrswissenschaftler an der Uni Kassel und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des VCD, sieht die Probleme vor allem in der Versorgungsinfrastruktur: Das Aufladen der E-Autos dauere derzeit noch Stunden, die von der Bundesregierung geplanten Ladesäulen müssten mit Milliardeninvestitionen erst noch errichtet werden. Auch im Konzept »Better Place«, bei dem an Elektroautotankstellen ähnlich wie früher beim Pferdewechsel die Batterien getauscht und nicht langwierig aufgeladen werden sollen, sieht er aufgrund der damit verbundenen hohen Kosten keine wirkliche Alternative. Der Kostenfaktor ist auch einer der Gründe, warum der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen, dem E-Auto in der fairkehr eine Zukunft als Kurzstreckenfahrzeug in Fahrzeugpools prognostiziert - als Carsharing-Auto, Firmen- oder Leasingwagen - und darüber hinaus für eine neue, nachhaltige Mobilitätskultur mit einem sinnvollen Mix aus Fahrrad, Bus, Bahn und (Hybrid-)Taxi plädiert. Leser KommentareGast schrieb am 14.01.2010 um 14:09:00:
Gastkommentar von EffiziSpezi:
Nach der 1. Finanzkrise marschieren wir neben den sich keiner Schuld bewusten "Machern" auf die nächste zu. Auch die Autoindustrie will nichts dazulernen und baut fleisig CO2-Schleudern mit bis zu 2 Tonnen Gewicht und nur 80 kg Nutzlast. Es wird das Klima mitnichten retten, wenn diese Monster mit Erdgas oder sonstigen fossilen Brennstoffen angetrieben werden. Uns bleibt auf Dauer nur der E-Antrieb über erneuerbare Energien. Machen wir uns auf endlich soviel Sonnenstrahlung wie irgens möglich zu ernten. ...übrigens Bäume tun dies und binden dabei CO2, leider über viele Jahre. Es wird daher Zeit, dass wir alle wieder in natürlichen Katagorien denken lernen und uns erheblich entschleunigen. Nur so läßt sich die Welt noch retten. Gast schrieb am 28.12.2009 um 22:12:00:
Gastkommentar von Franz-Martin Dübel: Peak-Oil ? Wir sind längst auf dem Plateau angelangt von dem es abwärts geht. Je schneller die asiatischen Wirtschaften sich entwickeln, desto steiler werden die Ölpreise und die CO2-Emissionen steigen. Verschiedene alternative Kraftstoffe und Antriebe sind deshalb weiterhin zu fördern, weil 1 Kraftstoff allein nicht reichen wird - aber bitte mit Augenmaß und Sinn. Fragezeichen gehören vor ein übermäßiges Pushen der E-mobile. Für Nischenlösungen - ok. Mehr ist nicht drin, weil E-Antireb für hinreichende Reichweite zu teuer ist und bleiben wird. Besser den bereits beschrittenen Weg der erdgas-/methanbasierten Antriebe ausbauen: finanziell machbar für Industrie und bezahlbar für den Kunden ohne Abstriche in Reichweite und Komfort, liefert erhbeliche Vorteile in der CO2-emission - sofort und überall. Zusätzlich müssen Autos wieder kleiner, leichter und damit bezahlbar werden - ein zusätzlicher Gewinn für Mobilität und Umwelt - kleiner wollen viele Bürger aber nicht ohne weitere Aufklärung. |